Capsule Wardrobe

Hier nun endlich der versprochene Post zur Capsule Wardrobe. Wie ich bereits in der Monatsaufgabe angekündigt habe, war das Ausmisten und Aussortieren des Kleiderschranks kein besonders großer Act für mich, einerseits habe ich nicht so viele Klamotten und andererseits gehe ich diese regelmäßig durch… Allerdings war ich dann doch etwas überrascht, wie viel unter dem Gesichtspunkt Capsule Wardrobe dann doch noch aussortiert wurde….

Was ist nun eigentlich diese Capsule Wardrobe?

Vermutlich kennt es jede Frau, dass man einen ganzen Schrank voll nichts zum Anziehen hat. Ganz so schlimm war es bei mir nicht, doch war ich mit meiner Kleidung irgendwie unzufrieden. Bei Pinterest – wo sonst – bin ich dann vor einem knappen Jahr über das Konzept der Capsule Wardrobe gestolpert, das man auch viel bei Minimalisten findet. Das Konzept verspricht letztendlich, dass man nie mehr ratlos vor dem Kleiderschrank steht, weil alle Teile, die man hat, miteinander kombinierbar sind. Man besitzt nur noch wenige, farblich zueinanderpassende, zeitlose (Basis-)Teile und dazu ein paar ausgewählte „Akzentstücke“. Je nachdem, welchem Modeblogger (also bestimmt nicht mir) man folgt, hat man zwischen 33 und ungefähr 60 Kleidungsstücke, aufgeteilt in Hosen, Oberteile, Röcke, Jacken etc.. Unterwäsche, Funktionswäsche und Sportkleidung sind davon ausgeschlossen. Die anderen Kleidungsstücke verteilen sich auf 2-4 Farben, wobei man neutrale Basisfarben und Akzentfarben festlegt. Am besten sollte man dazu seinen Stil kennen, damit man nicht aus verschiedenen Stilen mixt und die Sachen dann doch irgendwie nicht zusammen passen. Einige Blogger empfehlen daher, sich z.B. bei Pinterest Outfits zu merken, die einem gefallen und daraus dann seinen Stil und seine Farben abzuleiten. Im Internet findet man zahlreiche Listen, wie viele Hosen etc. man braucht, um seine Capsule Wardrobe zu erstellen sowie Vorschläge für die Basis- bzw. Akzentfarben.

Mein Vorgehen

Auch wenn ich sonst ein großer Fan von Listen bin, möchte ich nicht abarbeiten, wie viele Hosen oder Oberteile ich brauche. Zumal ich den Großteil meiner Arbeits- bzw. Freizeit in Sportkleidung verbringen kann und darf und daher eh das Gefühl habe, dass diese Listen für mich nicht wirklich zutreffend sind. Allerdings finde ich das Konzept an und für sich vielversprechend und ich machte mich erstmal auf die Suche, was meine Farben sind bzw. sein sollen. Da ich für mich selbst nicht herausfinden konnte, welche Farben mir stehen und welche mich eher krank und blass aussehen lassen, war ich mit einer lieben Freundin bei der VHS zur Farbberatung. Nun weiß ich also, dass mir schwarz nicht steht, was bisher den Großteil meines Kleiderschrankes ausgemacht hat. Und die Kombination aus schwarz-weiß, was den Großteil meiner „Dienstkleidung“ ausmacht, steht mir schon doppelt nicht. Zum Geburtstag bekam ich dann einen für mich passenden Farbfächer geschenkt, anhand dessen ich für mich drei Farben gesucht habe, die mir stehen und die ich wild gemeinsam kombinieren kann. Zukünftig werden die Kleidungsstücke also nur noch anhand dieser Farben ausgewählt, ander Farben schaue ich gar nicht mehr an. Wobei ich noch einen hellen Farbton mitaufnehmen werde, da bin ich mir aber noch nicht sicher, welcher das sein wird…

Farbfächer für den Wintertyp… Bis auf schwarz kann ich davon alle Farben tragen…
Ist das jetzt ein kaltes oder warmes Grün?!

Anhand dieses Farbschemas konnte ich nun nochmal meinen Kleiderschrank ausmisten. Von meinen festgelegten drei Farben waren schon zwei gut vertreten und durften bleiben. Farben, die mir nicht stehen, kamen gleich weg. Was genau ich nun mit den aussortierten Sachen mache, weiß ich noch nicht.

Bei einigen Sachen fällt es mir schwer, festzustellen, ob das jetzt eher kalte oder warme Farben sind und solange ich mir unsicher bin, bleiben die Sachen auch erst einmal da.

 

 

Capsule Wardrobe – Was hat es mir gebracht?!

Bisher ist viel Zeit in die Überlegungen für die Capsule Wardrobe geflossen, dabei sollte sie doch eigentlich mein Leben vereinfachen? Was denn nun?! Ich gebe zu, der Aufbau einer Capsule Wardrobe erfordert erstmal viel Zeit und es ist ein längerer Prozess, zu dem man bereit sein muss. Meiner ist auch noch lange nicht abgeschlossen, zumal ich nicht einfach losgehen und mich mit den fehlenden Teilen eindecken möchte. Allerdings stoße ich gerade an eine Grenze, was das faire und nachhaltige Kaufen von Klamotten angeht. Ich brauche dringend eine Jeanshose, finde aber keine passende. Ich glaube, je nachdem welche Kompromisse man dahingehend eingeht und natürlich auch, wie viel Geld man mal eben schnell für Klamotten ausgeben kann, dauert der Prozess unterschiedlich lange. Ich habe keine Eile, muss aber feststellen, dass es schön ist, nur noch Lieblingsteile im Schrank zu haben, die ich miteinander problemlos kombinieren kann. Auch hebe ich keine Kleidungsstücke mehr auf, die nicht richtig passen, in der Hoffnung, dass sie wieder einmal passen werden. So durfte ein dunkelblauer Rock, der perfekt ins Farbschema gepasst hätte und den ich von einer Freundin bekomme habe, weil er ihr nicht richtig passt, nicht bleiben, weil er mir auch ein wenig zu groß ist und beim Gehen komische Falten geschlagen hat bzw. ich ihn sogar beinahe verloren hätte.

farblich passend, Schnitt passend – aber leider zu groß…

Also alles in allem liegt mir das Konzept und ich bin froh, es gefunden zu haben. Beim „Shoppen“ erleichtert es sehr, nur noch auf die Farben zu achten, die man auch kaufen würde, dazu habe ich ein gutes Gefühl entwickelt, welche Schnitte mir stehen und was ich noch brauche… Ein grauer Blazer wäre der Traum, ich bin gespannt, wann er mir über den Weg laufen wird…

Was hat eine Capsule Wardrobe mit Nachhaltigkeit zu tun?!

Nun geht dieser Blog ja eigentlich um Nachhaltigkeit und nicht um Mode. Das wird auch sicher so bleiben, denn je mehr ich mich mit modischen Dingen auseinandersetze, umso mehr merke ich, dass ich mich da nicht so wirklich auskenne. Das Konzept der Capsule Wardrobe legt Wert auf wenige Kleidungsstücke, die eher zeitlos sind und dafür eine hochwertige Qualität haben.  Man also nicht nach vier Waschgängen ein verzogenes Kleidungsstück oder nach einem halben Jahr ein vollkommen aus der Mode gekommenes Stück im Schrank liegen hat. Dadurch muss weniger Kleidung gekauft werden. Wenn man weniger Kleidung kauft, kann man natürlich auch teurere Stücke kaufen und sich zum Beispiel ein Fairtrade-Stück leisten.  Oder einfach ein wenig Geld sparen, das schadet ja in den meisten Fällen auch nie. Neben Geld spart man auch Unmengen an Zeit, schon allein dieses „Was ziehe ich an“-Grübeln fällt aus. Also enthält die Capsule Wardrobe durchaus Aspekte der Nachhaltigkeit, auch wenn das gar nicht der ursprüngliche Gedanke des Konzeptes war.

Ich werde jedenfalls weiter an meiner Capsule Wardrobe arbeiten und bin gespannt, wann ich sagen kann, dass ich „meine “ Wardrobe fertig habe…

2 Kommentare bei „Capsule Wardrobe“

  1. Christiane Walz sagt: Antworten

    Klingt schon gut – aber auch anstrengend 😉

  2. Das klingt nur anstrengend! Wenn man einmal die Basis hat und sich an sein Farbschema hält läuft es. Und man darf auch hier über Mode sprechen, besonders wenn man modisch und nachhaltig ist bzw. arbeitet! Ich mache es ähnlich und ich kaufe lang nicht mehr soviel Klamotten….habe jetzt den Überblick und immmer was anzuziehen!!!

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