Die Sache mit dem Feinstaub – und was jeder dagegen tun kann

Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich diesen Blogpost verfassen soll, aber letztendlich hat mich der Artikel in der Zeit „Die Freiheit, andere zu gefährden“ zur Veröffentlichung gebracht: „Man kann schlecht monatelang auf Autoherstellern rumhacken, die bei den Abgaswerten ihrer Diesel betrügen, und dann 5.000 Tonnen Feinstaub und die daraus entstehenden Belastungen für das Gesundheitssystem abtun.“ (ebd.) Mit diesem Satz bringt er meiner Meinung den Irrsinn von Silvester und die kognitive Dissonanz (Dinge zu tun, obwohl man es eigentlich besser weiß) auf den Punkt! (Neben der Feinstaub-Belastung durch das Böllern spricht der Autor auch den Wahnsinn an, dass man sich erst stundenlang betrinkt, bevor man dann mit Feuerwerk hantiert. Da das aber nun mal Tradition sei, werde darüber nicht weitergedacht. Natürlich ist der Artikel zugespitzt und sicherlich handelt nicht jeder so, ich finde ihn dennoch lesenswert!) Doch Feinstaub und schmutzige Luft ist nicht nur der Smog in Peking, sondern Alltag, auch hier in Deutschland!

 

Was ist eigentlich dieser Feinstaub?!

Nicht nur durch die Dieselaffäre, auch durch Silvester und der Versuch des Stuttgarters Bürgermeisters, die Silvester-Knallerei zu verbieten, ist Feinstaub derzeit in aller Munde. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes! Denn täglich atmen wir ungefähr 20.000 Mal ein und nehmen dabei jedes Mal Feinstaub auf, der sich über den Sauerstoff in der Lunge ablagert. Scheinbar sieht die Lunge eines Menschens aus der Großstadt genauso schwarz aus wie die eines jahrelangen Rauchers. Als Feinstaub werden dabei winzige Partikel bezeichnet, die 0,001 Zentimeter Durchmesser haben. Also ungefähr ein Zehntel des Durchmessers eines Haares. Dieser Feinstaub ist nicht sichtbar, man kann ihn auch nicht riechen und wird daher oft auch mit Radioaktivität – als unsichtbare Gefahr – gleichgesetzt. Im Gegensatz zu „normalen“ Hausstaub wird der Feinstaub nicht von den feinen Nasenhärchen gefiltert und gelangt in die Lunge.

Wie entsteht Feinstaub?!

Feinstaub bildet sich bei sämtlichen Verbrennung, der Dieselmotor ist also genauso Verursacher wie das Lagerfeuer im Garten. Außerdem kann er bei der Reaktion verschiedener Gase entstehen, das muss aber jemand anderes als ich erklären. Mir neu war, dass Feinstaub auch durch den Abrieb von Bremsen und Reifen entsteht. Laut einer ARD – Reportage macht dieser Abrieb gar 30% des Feinstaubs aus. Die Autos wirbeln mit ihren Reifen dazu noch den Feinstaub auf, der sich als Schicht auf der Fahrbahn ablagert und verteilen ihn in der Luft, wo er wiederum eingeatmet werden kann. Im Allgemeinem gilt der Verkehr als Hauptverantwortlicher der Feinstaubentstehung, aber auch Holzöfen, Sand und feine Getreidepartikel, die bei der Ernte durch die Luft schwirren, verursachen Feinstaub.

Gesundheitliche Folgen von Feinstaub

Einigen Angaben zufolge sterben jährlich 66.000 – 70.000 Deutsche durch die Folgen verschmutzter Luft, genau genommen Feinstaub. Ganz genau sind die Folgen der „unsichtbaren Gefahr“ noch nicht erforscht, allerdings können Krankheiten wie Asthma (speziell bei Kindern), Entzündungsreaktionen im gesamten Körper und verstopften Gefäßen mit Folgen des Bluthochdrucks, Schlaganfalls, Herzschwäche und Herz-Rhythmusstörungen durch Feinstaub-Belastung entstehen bzw. das Risiko daran zu erkranken deutlich erhöhen. In Verbindung mit Stickoxiden, die ebenfalls bei Verbrennungsmotoren zwangsweise entstehen, werden weitere Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck,Übergewicht und erhöhtes Krebsrisiko genannt.

Was kann ich gegen Feinstaub machen?

Einige Städte versuchen mit den sogenannten Umweltzonen die Grenzwerte einzuhalten, Fahrverbote allerdings werden wieder sehr kritisch diskutiert (dazu hier aber nicht mehr). Sogenannte Feinstaubkehrmaschinen funktionieren wie eine Art Staubsauger und kommen vermehrt zum Einsatz: Sie saugen beim Kehren der Straße den Feinstaub ein und binden ihn zu einem Klumpen, der später mit Wasser weggespült wird. Ob ich das gut finden soll, weiß ich noch nicht, meiner Meinung nach – ohne es groß recherchiert zu haben – wird damit das Problem ja nur verlagert (Weiß jemand dazu mehr?). Aber letztendlich geht es nicht ohne eine Reduktion des Verkehrs, andere Möglichkeiten habe ich nicht dazu gefunden. Neben neuen gesetzlichen Regelungen (Fahrverbote, Maut,…) arbeitet die Wirtschaft und Industrie wohl auch an Modellen, die weniger Feinstaub ausstoßen und besseren Filtern. Nach dem Dieselskandal bleibt nur die Frage, inwiefern man diesen Angaben dann vertrauen kann. BMW arbeitet wohl an einer neuen Bremse, die weniger Abrieb erzeugt. Ob das alles genutzt wird und wann diese Techniken / Regelungen auf den Markt kommen, und ob man sich diese dann leisten kann, bleibt offen. Als Verbraucher kann man letztendlich nur möglichst oft zu Fuß gehen oder das Rad nehmen. Dabei sollte man aber stark befahrene Straßen vermeiden, denn dort ist die Feinstaub-Belastung am höchsten. Sollte kein Weg am Auto vorbeiführen, kann man versuchen, Mitfahrgelegenheiten zu bilden und Wege zu kombinieren, das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel. Das Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln ist natürlich auch immer eine Möglichkeit.

 

 

Und wer jetzt selbst wissen möchte, wie hoch die Feinstaub-Belastung bei ihm ist oder gar selbst eine Mess-Station basteln möchte, ist bei luftdaten.info bestens aufgehoben. Für ungefähr 30 Euro kann man ein Bastelset erwerben, seine eigene Messstation basteln und die Daten für alle frei zugänglich online stellen. Ich bin ernsthaft am Überlegen…

Da Luftverschmutzung meiner Meinung nach zum Umweltschutz zählt und das ein großer Bereich des Nachhaltigen Lebens ist, wandert dieser Blogpost zu EiNaB.

Ich bin natürlich kein Wissenschaftler. Der Text ist durch die Recherche entstanden. Hier seht ihr, welche Quellen ich unter anderem genutzt habe und ich für lesenswert/anschauenswert halte:

http://www.ardmediathek.de/tv/neuneinhalb-das-Nachrichtenmagazin-f%C3%BCr/Dicke-Luft-in-der-Stadt-Wie-sch%C3%A4dlich-/Das-Erste/Video?bcastId=431486&documentId=48261444

http://www.ardmediathek.de/tv/odysso-Wissen-im-SWR/Wie-belastend-bin-ich/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=246888&documentId=48119712

http://www.zeit.de/2017/18/feinstaub-grenzwerte-belastung-medizin-land-luftverkehr/komplettansicht

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-01/silvesterknaller-freiheit-tradition-gefahr-verbot/seite-2

 

Photo by Petter Rudwall

Ein Kommentar bei „Die Sache mit dem Feinstaub – und was jeder dagegen tun kann“

  1. Alexander Obert sagt: Antworten

    Ehrlich gesagt, man kann nichts dagegen machen. Und wenn man da was anfängt entsteht wieder feinstaub.

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